Gut Neuenhofs Moon River – Königin von Westfalen, First Lady von Deutschland

22.09.2026

Manche Pferde betreten einen Platz und sofort wird es still. Weggucken? Unmöglich. Totilas war so ein Pferd. Und Gut Neuenhofs Moon River, die neue Bundeschampionesse der dreijährigen Stuten und Wallache, steht ihrem berühmten Urgroßvater in nichts nach.

Dass Gut Neuenhofs Moon River im Jahrgang der 2023 geborenen Pferde in einer eigenen Liga spielt, wurde schon beim Pflichttraining für die Dreijährigen am Mittwoch deutlich. Wo die meisten Youngster vor Aufregung schwitzten, keinen Schritt gehen konnten und sich sichtlich unwohl im Warendorfer Reitpferdeviereck fühlten, betrat Westfalens Landeschampionesse die Szenerie, blickte sich um, ließ alles auf sich wirken und begann dann zu tanzen. Danica Duen in ihrem Sattel konnte sich entspannen. Die wunderschöne Tochter des Toto Jr.-Sohns Maxim aus der Europa v. Escolar (die wiederum eine Halbschwester zum Gut Neuenhof-Hengst Goldberg ist) ließ sich nicht von der allgemeinen Hysterie anstecken. Sie steppte leichtfüßig durchs Viereck, ging gelassenen Schritt und schien genau zu wissen: Ihr kann sowieso keiner. So war es dann auch.

Mit ihrem unerschütterlichen Takt in allen drei Grundgangarten, ihrem aktiven Hinterbein und ihrem Schwung stach sie bei diesem Bundeschampionat heraus. Ganz zu schweigen von ihrer Schönheit. Auch die Richter waren begeistert. Wolfgang Egbers begründete die Wertnoten für die Jury. Im Trab: „Sicher durch den Körper schwingend, losgelassen mit sehr viel Motorik aus der Hinterhand abfußend, engagiert und dabei trotzdem Rückentätigkeit und losgelassen – 9,0 für den Trab.“ Der Galopp: „Die natürliche Veranlagung: sehr wertvoll, 8,5.“ Der Schritt: „sicher, klar, räumend, raumgreifend, losgelassen. Die Note: 10.“ Rittigkeit: „Losgelassen, altersgemäße Anlehnung und Gleichgewicht – 9,5.“ Gesamteindruck als Reitpferd: „Körperqualität 8,5. Harmonie der Vorstellung und Funktionalität: 9,0, zusammen 8,75.“ Das ergab eine Gesamtnote von 9,15 und bedeutete nicht nur den Titel der Stuten und Wallache, sondern das beste Ergebnis aller Reitpferde inklusive der Vierjährigen und der Hengste. Was für ein Ausnahmepferd!

Maxim(ale) Ausbeute

Die neue Bundeschampionesse ist nicht die einzige Maxim-Tochter des Gestüts Gut Neuenhof, die dieses Jahr in Warendorf für Furore sorgte. Die andere war Gut Neuenhofs Maxima NRW. Die Bronzemedaillengewinnerin des Reitpferde-Bundeschampionats 2024 sicherte sich – ebenfalls vorgestellt von Danica Duen – bei starker Konkurrenz mit 8,74 den sechsten Platz im Finale der fünfjährigen Dressurpferde.

Abgesehen vom Vater Maxim, der seine Rittigkeit inzwischen mit Nachwuchstalent Sophie Luisa Duen in der schweren Klasse unter Beweis stellt, haben Maxima und Moon River noch mehr gemeinsam. Moon Rivers Muttervater ist der Spitzenvererber der Hengststation Gut Neuenhof, Escolar. Maximas Mutter ist eine Vollschwester zu Escolar, der ja seinerseits zweimal das Bundeschampionat mit Höchstnoten gewinnen konnte, ehe er mit Hubertus Schmidt im Sattel zu einem der besten Dressurpferde der Welt heranreifte. Beide Stuten führen also Hengste der Station Gut Neuenhof auf beiden Seiten des Pedigrees – offensichtlich ein Erfolgsrezept.